Wie weit darf der Staat gehen?

Wie weit darf der Staat gehen?

Dauer

2 Lektionen (90 Min.)

Stufe

9.-12. Klasse

Kosten

freiwilliger Beitrag

Teilnehmende

1 Klasse

Geräte

Laptop oder Smartphone

Warum?

  • Ein schmerzliches Kapitel in der jüngsten Schweizer Geschichte:
  • Bis in die 1980er Jahre nahmen "soziale Organisationen" Kinder aus ihren Familien, brachten sie in Heimen und Pflegefamilien unter. Arme und Randständige versorgten sie in Anstalten. Ledige Mütter drängten sie dazu, ihre Kinder zur Adoption freizugeben.
  • Viele dieser Menschen wurden Opfer von Misshandlung, Missbrauch und wirtschaftlicher Ausbeutung. Fremdplatzierte Jugendliche hatten fast keine Bildungschancen, was sich auf ihr gesamtes Erwerbsleben auswirkte. Die Folgen dauern bis heute an.
  • Seitens savoir public erleben wir, dass Schüler:innen diese Geschichte, die häufig auch eine Geschichte ihrer Familien ist, immer wieder in Abschlussarbeiten aufgreifen. Hier setzen unsere Schulworkshops an.
  • Wie weit darf der Staat gehen? Wie kann verhindert werden, dass Menschen, die heute von Massnahmen in der Sozialhilfe, im Kindes- und Erwachsenenschutz oder im Migrations- und Asylbereich betroffen sind, neues Unrecht erleiden, für das Behörden und Politik mitverantwortlich sind?
  • In der Schweiz waren im 20. Jahrhundert mehrere Hunderttausend Menschen von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen betroffen.
  • Seit über zehn Jahren wird die Geschichte aufgearbeitet. 2017 beauftragte der Bundesrat den Schweizerischen Nationalfonds, ein Forschungsprogramm zu starten. Rund 150 Wissenschaftler:innen erforschten Merkmale, Mechanismen und Wirkungen der Fürsorgepolitik und -praxis. Einige von ihnen stehen heute auf savoir public Rede und Antwort.
  • Lernziele

    • Schüler:innen eignen sich vertieftes Verständnis von Fürsorge und Zwang an.
    • Sie fühlen sich ermächtigt, eigene und kritische Fragen zu stellen.
    • Sie werden zu Forscher:innen ihrer eigenen Familiengeschichten
    • Sie können über savoir public zuverlässige Antworten einholen.

    Bemerkungen

    • Dr. Urs Hafner, Autor von zahlreichen Publikationen u.a. zu Heimkindern und zur Psychiatrie sowie Mitglied des abgeschlossenen Nationalen Forschungsprogrammes 'Fürsorge und Zwang' (NFP 76), führt in die Thematik ein und hilft bei der Entwicklung von Fragen.
    • Der Workshop wird ermöglicht durch 'erinnern für morgen': ein Programm zur Vermittlung der Aufarbeitung fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen.
    Wie weit darf der Staat gehen? Wie weit darf der Staat gehen?

    Ablauf

    Zeit

    Inhalt

    Form

    10' Vorstellen von savoir public und Ablauf Plenum
    20' Einführung in 'Fürsorge und Zwang' durch Dr. Urs Hafner Gruppenarbeit
    10' Sammeln aller Fragen Gruppenarbeit
    5' Umformen von geschlossenen in offene Fragen Gruppenarbeit
    15' Entscheidung für imaginative und kritische Fragen Gruppenarbeit
    20' Fragen stellen an Dr. Urs Hafner und auf savoir public Einzeln / Gruppe
    10' Feedback Plenum
    14 Tage Antwort durch Forscher:in auf savoir public savoir public

    Interesse? Wir kommen zu Ihnen.