Hätten uns diesen Sommer weniger Mücken geplagt, wenn die Mauersegler länger geblieben wären? Bei uns sind die Mauersegler dieses Jahr gefühlt besonders früh verschwunden. Seither frage ich mich, ob ihre Anwesenheit für uns Menschen überhaupt einen spürbaren Unterschied bei der Zahl der Mücken macht.
Sehr geehrte Frau Kaiser
Besten Dank für Ihre Anfrage zum Thema Mauersegler und Mückenaufkommen.
Extreme Temperaturschwankungen und frühe Hitzeperioden sorgen dafür, dass viele Mauersegler inzwischen bis zu zwei Wochen früher aus ihren afrikanischen Winterquartieren nach Europa zurückkehren – oft schon im April statt Anfang Mai. Auch der Abflug im Spätsommer verschiebt sich teilweise nach vorne, von Anfang August auf Ende Juli. Hinzu kommt, dass die zurückkehrenden Vögel zunehmend mit Wohnungsnot und Nahrungsmangel zu kämpfen haben.
Ein Zusammenhang zwischen dem verfrühten Weiterzug der Mauersegler und einer gefühlten Zunahme von Mückenschwärmen lässt sich wie folgt erklären: Ein einziger Mauersegler fängt pro Tag viele tausend Insekten – darunter Mücken, Fliegen und anderes. Wenn die grossen Schwärme Ende Juli oder Anfang August schlagartig weg sind, fehlt in der Luft plötzlich einer der effektivsten Insektenjäger. Herrscht dann noch feuchtwarmes Spätsommerwetter, kann die Mückenpopulation regelrecht explodieren, weil die natürlichen Feinde bereits auf dem Weg nach Afrika sind. Manche Gemeinden greifen deshalb wieder zu chemischen Mitteln.
Ich hoffe, dass Ihnen diese Angaben weiterhelfen. Ansonsten stehe ich Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung.
Freundliche Grüsse
Marc Limat